Brotmesser Damast

Brotmesser Damast

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Chef 2.0 Küchenmesser

Chef 2.0 Küchenmesser

Chef 2.0 Küchenmesser

Villetta Küchenmesser

Villetta Küchenmesser

Villetta Küchenmesser

Petty Küchenmesser

Petty Küchenmesser

Petty Küchenmesser

Werterhalt statt Massenproduktion

Reparieren statt Wegwerfen

Stahl gehört zu den weltweit recyclingfähigsten Materialien. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Ein Messer ist ein Gebrauchs- kein Verbrauchsprodukt. Trotzdem werden jährlich ca. 10 - 20 Millionen Messer allein in Deutschland gekauft. Davon stammen alleine 75-80% aus China (Yangjiang), Pakistan (Sialkot) und Indien (Rajkot). Viele von diesen Produkten werden nach kurzer Nutzungsdauer wieder im Hausmüll entsorgt.*

Das Messer ist durch die Industrialisierung zu einem Massenprodukt geworden und hat damit seinen ursprünglichen Zweck verloren: Zuverlässigkeit.

Auch die Kochindustrie hat das Messer als Werkzeug längst durch automatisierte Maschinen und günstige Massenware ersetzt. Gestiegene Lohnkosten und Zeitdruck der Köche und Köchinnen prononcieren die Floskel: ,,neu kaufen, statt reparieren."

Handwerk

Das Handwerk hat seine Ursprünge bereits vor der Jungsteinzeit. Mit der Entwicklung handwerklicher Fähigkeiten, haben sich Gesellschaft, Technik, Wirtschaft und Kultur gebildet und erhalten.

Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass Handwerk, insbesondere die Entwicklung der feinmotorischen Fähigkeiten eng mit der menschlichen Intelligenz verbunden ist.** Durch das konzentrierte Arbeiten mit seinen Händen werden komplexe neuronale Netzwerke geschaffen, die den motorischen Cortex, das Kleinhirn, das Sehzentrum, Frontallappen, das räumliche Denken und Gedächtnis aktivieren.

Stress wird abgebaut, Bildung, Kreativität und Teamgeist gefördert und das Nervensystem reguliert.***

Traditionell benötigt man für die Herstellung einer Messerklinge nur wenig: Einen Rennofen, einen Holzklotz, Hammer, Zange, eine Feile und Schleifsteine. Das Griffstück kann aus Horn oder Holz mit Hilfe einer Handsäge, Feile und einfachen Schleifmitteln angefertigt und heiß angepasst werden, sodass es auch ohne Kleber auskommt.

In der modernen Messerherstellung bedienen wir uns maschineller Möglichkeiten, die Prozesse beschleunigen und insgesamt erleichtern, jedoch nicht automatisieren. Damit distanzieren wir uns von der Massenproduktion, die vollkommen ohne menschliches Zutun alle Produkte maschinell anfertigen lässt und erschaffen nicht nur maßgeschneiderte Unikate, sondern auch Produkte, die aufgrund menschlicher Präzision und Sorgfalt, wiederholter Qualitätsprüfung und individuellen Entscheidungsprozessen ein, zwei oder drei Leben lang halten können.

*Es handelt sich um Schätzungswerte auf Basis von Importdaten der EU, Marktanalysen und typischen Ersatzzyklen

**s. Frank R. Wilson ,,The Hand"

***Studie: Changes in Electroencephalography and Cardiac Autonomic Function During Craft Activities, Kyoto University Kyoto, Japan

Puddeleisen aus historischen Funden

In und rund um alte Gebäude ist es zu finden. Als Träger, Ringe, Mäntel oder Teil von Gebrauchsgegenständen: Puddeleisen.

Das Puddelverfahren gilt als das älteste gewerblich genutzte Verfahren, um weichen Baustahl zu gewinnen. Roheisen aus dem Rennofen wurde unter ständiger Hitzeeinwirkung und Rühren entkohlt und damit für die Nutzung im Bau- und Gewerbewesen vorbereitet.

Der fertige Barren wurde später in Form geschmiedet.

Dieser Stahl besitzt eine geringe Härte von 10-25 HRC, was ihn zum Schneiden unbrauchbar macht - nicht aber als Außenlage für ein 60-65 HRC hartes, besonders Kohlenstoffreiches Messer. Je härter der Stahl, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er unter Belastung bricht. Bettet man diesen besonders harten Stahl jedoch in zwei Lagen aus biegsamen, weichen Stahl, wird er von diesen Außenlagen vor Bruch geschützt.

Einen Baustahl dieser Qualität und geringen Härte herzustellen, ist heutzutage wenig kompliziert. Mit Hilfe von einem speziellen Sauerstoffeinblasverfahren und modernen Legierungsmöglichkeiten, großen und sicheren Hochöfen und starken Walzen, werden Baustähle mit Kohlenstoffgehalten von oft weniger als 1% Gesamtkohlenstoffanteil hergestellt.

Diese Aufgabe wurde im 19. Jahrhundert dem Puddler überlassen. Der Sauerstoff wurde unter Rühren mit Hilfe einer einfachen Eisenstange in den geschmolzenen Stahl eingebracht. Unter heißen und oft giftigen Dämpfen, ohne modernen Atem- Gehör- und Sichtschutz, musste die oft über 300 kg schwere, dickflüssige Substanz ständig gerührt werden. Akkordarbeit, schnelle Reaktionszeit und eine hohe körperliche Belastbarkeit gehörten zu dem oft 12-14 stündigen Arbeitsalltag des Puddlers dazu. Arbeitsunfälle, chronische Überbelastung und die dunkle, stickige Arbeitsumgebung ließen die durchschnittliche Lebenserwartung dieser Berufsgruppe auf 30-35 Jahre sinken.

Dabei ist das, was sie uns hinterlassen haben, von so hohem Wert.

Denn schneiden wir heute das Puddeleisen auf und halten den Stahl in Säure, wird nicht nur die Damastenerähnliche Struktur erkennbar, sondern auch dass jedes Stück ein Unikat mit ganz eigenen, besonderen Formen und Farbnuancen ist.

Diese Farbnuancen und einzigartigen Strukturen verleihen unseren Messern nicht nur das außergewöhnliche Aussehen, sondern ehren auch den Hersteller dieses ganz besonderen Stahls, dessen Arbeitseinsatz und Mühe nicht nur zwei Jahrhunderte lang Bauwerke getragen haben, sondern auch viele Jahrzehnte später noch als Schneidewerkzeuge im Einsatz sein werden.